✍️ Autor: Karel Havlíček · 📅
Etwas, das es fast nirgendwo sonst gibt
Österreich hat eine Besonderheit, die im Ausland kaum bekannt ist: Sie können Bitcoin in der Trafik kaufen. Über 4.000 Trafiken und Tankstellen im ganzen Land führen Bitcoinbon — Gutscheine, mit denen sich Bitcoin gegen Bargeld oder Bankomatkarte erwerben lässt.
Der Ablauf ist so einfach, wie er klingt: Sie kaufen den Gutschein wie eine Wertkarte, lösen den aufgedruckten Code anschließend auf der Website des Anbieters ein und geben Ihre Wallet-Adresse an. Die Bitcoin landen direkt bei Ihnen.
Erhältlich sind je nach Verkaufsstelle Stückelungen von 20, 25, 50, 100, 150 und 250 Euro. Kein Bankkonto, keine Wartezeit auf eine SEPA-Überweisung, keine Diskussion mit einer Bank über den Verwendungszweck.
Der Preis dafür: 8 bis 10 Prozent
Und hier ist die Zahl, die in der Begeisterung meist untergeht: die Gebühren liegen bei etwa 8 bis 10 Prozent. Sie sind bereits im angezeigten Bitcoin-Preis enthalten, erscheinen also nirgends als separate Position — man sieht sie nicht, man zahlt sie trotzdem.
Zum Vergleich: eine SEPA-Überweisung auf eine regulierte Börse ist meist kostenlos, und die dortige Handelsgebühr liegt üblicherweise deutlich unter einem Prozent. Bei 250 Euro bedeutet der Unterschied grob 20 bis 25 Euro gegenüber wenigen Cent.
Das ist kein Argument gegen Bitcoinbon — es ist ein Argument dafür, zu wissen, wofür man zahlt. Sie zahlen für ein physisches Vertriebsnetz mit 4.000 Standorten, für Bargeldannahme und für sofortige Verfügbarkeit ohne Bankbeziehung. Ob Ihnen das 8 bis 10 Prozent wert ist, hängt davon ab, warum Sie es tun.
Wann es sinnvoll ist — und wann nicht
Sinnvoll ist es in ein paar konkreten Situationen: als erster Testkauf über 20 oder 25 Euro, um den Ablauf einmal ohne Kontoeröffnung durchzuspielen; als Geschenk, weil ein Gutschein greifbar ist; oder wenn Sie schlicht kein passendes Bankkonto haben oder keines dafür verwenden möchten.
Nicht sinnvoll ist es für regelmäßiges Sparen. Bei monatlichen Käufen summieren sich 8 bis 10 Prozent zu einem Betrag, den bewusst niemand wählen würde — über ein Jahr hinweg entspricht das einem erheblichen Teil dessen, was viele überhaupt an Rendite erwarten.
Ein steuerlicher Hinweis noch, weil er hier oft übersehen wird: Die Steuerpflicht hängt nicht davon ab, wie Sie gekauft haben. Ein über Bitcoinbon erworbener Bestand unterliegt beim Verkauf gegen Euro denselben 27,5 % KESt wie jeder andere. Und weil das Anschaffungsdatum für den Altvermögensstatus entscheidend ist, gehört der Beleg aufbewahrt — auch wenn der Kauf bar erfolgt ist. Mehr dazu auf der Hauptseite Österreich.
❓ Häufig gestellte Fragen
Wo kann ich in Österreich Bitcoin mit Bargeld kaufen?
Über 4.000 Trafiken und Tankstellen im ganzen Land führen Bitcoinbon, Gutscheine für den Kauf von Bitcoin gegen Bargeld oder Bankomatkarte. Erhältlich sind je nach Verkaufsstelle Stückelungen von 20, 25, 50, 100, 150 und 250 Euro. Den aufgedruckten Code lösen Sie anschließend auf der Website des Anbieters mit Ihrer Wallet-Adresse ein.
Was kostet Bitcoinbon?
Die Gebühren liegen bei etwa 8 bis 10 Prozent und sind bereits im angezeigten Bitcoin-Preis enthalten, erscheinen also nicht als separate Position. Zum Vergleich: eine SEPA-Überweisung auf eine regulierte Börse ist meist kostenlos und die dortige Handelsgebühr liegt üblicherweise deutlich unter einem Prozent.
Lohnt sich Bitcoinbon für regelmäßiges Sparen?
Nein. Bei monatlichen Käufen summieren sich 8 bis 10 Prozent zu einem erheblichen Betrag. Sinnvoll ist der Gutschein eher für einen ersten Testkauf über 20 oder 25 Euro, als Geschenk oder wenn Sie kein passendes Bankkonto verwenden möchten.
Ändert der Kauf per Bitcoinbon etwas an der Steuer?
Nein. Die Steuerpflicht hängt nicht davon ab, wie Sie gekauft haben — ein über Bitcoinbon erworbener Bestand unterliegt beim Verkauf gegen Euro denselben 27,5 % KESt wie jeder andere. Da das Anschaffungsdatum für den Altvermögensstatus entscheidend ist, sollten Sie den Beleg aufbewahren, auch bei Barkauf.
Dieser Artikel ist informativ und ersetzt keine persönliche Finanz- oder Steuerberatung. Verfügbarkeit, Stückelungen und Gebühren können sich ändern — prüfen Sie die aktuellen Konditionen beim Anbieter. Angaben nach öffentlich verfügbaren Informationen im Juli 2026.