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Das Ende des Goldstandards

15. August 1971 – der Tag, an dem Geld reine Vertrauenssache wurde

✍️ Autor: – Bitcoin-Analyst & Redakteur · 📅 Aktualisiert:

Bretton Woods und der Goldstandard

Nach dem Zweiten Weltkrieg funktionierte das internationale Bretton-Woods-Währungssystem: Der US-Dollar war zu einem festen Kurs (35 USD pro Feinunze) in Gold konvertierbar, andere Hauptwährungen waren an den Dollar gebunden. Geld hatte damit reale Deckung – theoretisch konnten Sie Dollar gegen Gold eintauschen.

In den 1960ern gaben die USA jedoch mehr Dollar aus, als sie mit Gold decken konnten (Vietnamkrieg, Sozialprogramme). Länder wie Frankreich begannen, den Umtausch von Dollar in echtes Gold zu verlangen, und die US-Goldreserven schmolzen schnell – von ihrem Höhepunkt auf weniger als die Hälfte, auf knapp 10.000 Tonnen bis August 1971.

Der Nixon Shock: 15. August 1971

Präsident Richard Nixon hob am 15. August 1971 einseitig die Konvertibilität des Dollars in Gold auf – der sogenannte „Nixon Shock". Formal hob dies Bretton Woods nicht auf, setzte es aber faktisch sofort außer Kraft; bis 1973 ersetzte ein System flexibler Wechselkurse das feste System, das bis heute gilt.

Seit diesem Datum sind alle großen Weltwährungen reines Fiat-Geld – durch nichts Materielles gedeckt, ihr Wert beruht allein auf dem Vertrauen in die Zentralbank und die Regierung, die sie ausgibt. Die Geldmenge lässt sich im Prinzip unbegrenzt erhöhen.

Was das für Sie bedeutet

Der Goldstandard hatte seine Probleme (er schränkte die Reaktion auf Krisen ein), gab dem Geld aber einen festen Anker. Seit 1971 entscheidet über die Geldmenge in der Wirtschaft eine rein politische Entscheidung der Zentralbanken. Das ist der Hauptgrund, warum Anleger langfristig Vermögenswerte außerhalb des Fiat-Systems suchen – Gold, Immobilien oder Bitcoin mit mathematisch fixer Menge von 21 Millionen Coins, die keine Regierung und keine Zentralbank erhöhen kann.

Wie das praktisch geht, erfahren Sie im letzten Teil der Serie – Be Your Own Bank.

✅ Vorteile

  • Flexible Wechselkurse ermöglichen eine agilere Reaktion der Geldpolitik auf Krisen
  • Das Fiat-System ermöglichte schnelles Nachkriegswirtschaftswachstum

⚠️ Nachteile

  • Unbegrenzte Geldmenge = langfristiges Entwertungsrisiko
  • Der Geldwert hängt allein vom Vertrauen ab, nicht von materieller Deckung
Weiter: Be Your Own Bank →

❓ Häufige Fragen

Was genau tat Nixon am 15. August 1971?

Er hob einseitig die Konvertibilität des US-Dollars in Gold auf und beendete damit faktisch das Nachkriegssystem von Bretton Woods. Er reagierte auf die rasch schwindenden US-Goldreserven.

Wie viel Wert hat der Dollar seit 1913 verloren?

Laut offiziellen Verbraucherpreisdaten (VPI) hat der US-Dollar seit der Gründung der Fed 1913 mehr als 96 % seiner Kaufkraft verloren.

Kehrt der Goldstandard jemals zurück?

Ausschließen lässt es sich nicht, aber keine große Volkswirtschaft plant ernsthaft eine Rückkehr – die Flexibilität des Fiat-Systems ist für die heutige Geldpolitik zentral. Deshalb suchen manche Anleger alternative Wertspeicher außerhalb des Fiat-Systems.

Dieser Artikel ist rein bildend. Links zu Börsen- und Wallet-Tests im Text sind keine bezahlten Platzierungen – es sind Links zu unseren eigenen Tests innerhalb der Website. Keine Finanzberatung.